Schadensersatzansprüche gegen FFK Environment und deren Vorstände

 Im Rahmen des Insolvenzverfahrens des Unternehmens musste die ursprünglich positive Prognose dramatisch korrigiert werden. Die Gläubigervertreterin Rechtsanwältin Daniela Bergdolt informiert darüber: „Nun stehen sogar Schadensersatzansprüche der Gläubiger im Raum“. Im Rahmen der Ermittlungen hat sich herausgestellt, dass die FFK Environment AG bei der Begebung der Anleihe Aussagen gemacht hat, die nicht der tatsächlichen Lage entsprachen, mit der Folge, dass die Anleihegläubiger diese gezeichnet haben im Vertrauen auf unrichtige Aussagen im Prospekt. Es ist auch davon auszugehen, dass ein falsches Rating vorgelegen hat. Sowohl Prospektaussagen, als auch die Bewertung in einem Rating wurden wohl unter der Ägide des Unternehmens erstellt. Hierfür sind auch Zahlungen geflossen. Dieser Sachverhalt würde das Unternehmen und auch unter Umständen die Vorstände zur Haftung aus Schadensersatz verpflichten.

Weiter ist davon auszugehen, dass die Verwaltung der FFK Environment wissen musste, dass die Inputströme von Abfall nicht ausreichen würden, um die entsprechenden Lieferverträge mit den Energiekonzernen zu erfüllen. Tatsächlich sind die notwendigen Abfallmengen schon 2012 nicht ausreichend gewesen. Somit sind auf dieser Basis erstellte Prognoserechnungen falsch.

Aus diesen Gründen ergeben sich wohl auf der einen Seite Ansprüche gegen die FFK AG, die Masseverbindlichkeiten sind, zum anderen Ansprüche gegen die Vorstände, die von jedem einzelnen Gläubiger als sogenannter „Individualanspruch“ geltend zu machen sind. Die Geltendmachung der weiteren Ansprüche gegen die Vorstände sind von der Tätigkeit im Gläubigerausschuss nicht umfasst. Hier muss jeder Gläubiger selbst tätig werden. Kapitalmarktrechtlerin Daniela Bergdolt: “Hierzu raten wir dringend, da einige Ansprüche zum Ende 2017 zu verjähren drohen“.