201607.22
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KTG Agrar SE

Am 05.07.2016 beantragte die KTG Agrar SE Insolvenz beim Amtsgericht Hamburg. Gemäß des Geschäftzwecks investierte die sogenannte KTG-Gruppe in die Geschäftsfelder Agrar, Energieproduktion/Biogas, Foods und Farmmanagement. Laut eigener Internetseite bewirtschaftete die KTG Agrar SE über 46.000 Hektar Ackerland für den ökologischen und konventionellen Anbau von Marktfrüchten in Ostdeutschland, Litauen, so wie Rumänien und sei damit einer der führenden Agrarbetriebe in Europa.

Seit Jahren stiegen allerdings die Verbindlichkeiten des Getreideproduzenten. Bis zuletzt im Jahr 2015 auf Verbindlichkeiten in Höhe von 600 Mio. €. Schon lange wurden Alarmsignale einer drohenden Insolvenz übersehen. So wurde der Geschäftsbereich Lebensmittelproduktion ausweislich des Geschäftsberichts 2015 wegen ausbleibender Erfolge geschrumpft und umgebaut. Der CEO der Food-Sparte war schon im Herbst 2015 im Streit ausgeschieden.

Nach Mitteilung der Börsenzeitung vom 14.07.2016 hat der Vorstandsvorsitzende Siegfried Hofreiter den Aufsichtsrat um Entlassung gebeten. Eine Überraschung ist das nicht. Der gelernte Landwirt hatte bereits 2002 vom Amtsgericht Dachau eine Verurteilung kassiert wegen Konkursverschleppung und Bankrott in zwei Fällen.

Kurz vor der Insolvenzbeantragung wurde die Zinszahlung auf die ausgegebene 250 Mio. Anleihe Biowertpapier II mit 7,125 % Zinssatz in Höhe von EUR 17,8 Mio. verschoben. Bereits hier läuteten die Alarmglocken, nichtsdestotrotz wurden täglich noch 70.000 Aktien gehandelt, was wohl Spekulanten zuzuschreiben ist.

Die KTG Agrar SE hat das Insolvenzplanverfahren beantragt.

Dies bedeutet, dass demnächst eine Gläubigerversammlung stattfinden wird, in dem die Aktionäre aufgerufen werden dem Insolvenzplan zuzustimmen. Um sich weitere Rechtsmittel zu sichern ist es notwendig, dass man in diesen Termin vertreten wird, um gegen die Bestätigung des Insolvenzplans Widerspruch zu Protokoll einlegen zu können.
Kontaktieren Sie hierfür gerne die Kanzlei Bergdolt und Schubert.