201808.02
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Anlegerrechte gestärkt: Bank muss Kunden über Zertifikatkündigung informieren

Die Kanzlei Bergdolt konnte vor dem Amtsgericht Augsburg für einen ihrer Mandanten ein wichtiges Urteil für Anleger erstreiten.

In dem Verfahren ging es darum, dass ein Anleger Endlos-Zertifikate mit verschiedenen Titeln als Basiswert erworben hat. Diese Endlos-Zertifikate wurden dann vom jeweiligen Emittenten gekündigt. Die Depotbank hatte den Anleger über diese Kündigung nicht informiert, so dass er bei den auslaufenden Wertpapieren einAbrutschen des Preises hinnehmen musste.

Der diesem Verfahren vorsitzende Vize-Präsident des Gerichtes fand für dieses Verhalten der Banken ein klares Urteil: Rechtswidrig.

In den AGB der Banken für Wertpapiergeschäfte heißt es nämlich, dass diese ihre Kunden informieren müssen, wenn in den sogenannten Wertpapiermitteilungen Informationen über ein Wertpapier eingestellt werden müssen. Der Kunde selbst hat nämlich keinen Zugang zu diesen Wertpapiermitteilungen, die Bank dagegen schon. Die Weiterleitung dieser Informationen gehört also zu den Pflichten aus dem Kundenverhältnis. Hiergegen hat die Bank in diesem Fall verstoßen.

Wenn dem Kunden aus diesem Fehlverhalten der Bank ein Schaden entsteht, so muss sie diesen Ersetzen. So ist es in diesem Fall geschehen.

Das Gericht verurteilte die Bank zu Schadenersatz gegenüber dem Kunden. Sie muss ihm den Betrag bezahlen, den er erzielt hätte, wenn er das Zertifikat zu einem höheren Preis hätte verkaufen können, weil er die Information über die Kündigung besessen hat.