201301.28
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Chance für geschädigte Stromkunden: Teldafax-Manager muss zahlen

Wegen vorsätzlicher Täuschung verurteilt das Amtsgericht Lingen einen Manager des Pleitekonzerns zu Schadensersatz. Damit steigt die Hoffnung auch für andere Geschädigte. Die sollten sich baldmöglichst melden.  

München, 26. November – Teldafax – der Name steht für die wohl größte Insolvenz eines deutschen Anbieters aus dem Energiesektor und gemessen an der Summe der Geschädigten die größte Insolvenz der bundesdeutschen Wirtschaftsgeschichte. Insgesamt 750.000 Kunden haben dem Stromanbieter ihr Geld in Vorkasse gezahlt und sitzen nun angesichts der Insolvenz als Gläubiger auf den Verlusten. Nun könnten sich viele von ihnen Hoffnung auf möglichen Schadensersatz machen. Der Grund dafür ist ein Urteil des Amtsgerichtes Lingen. Dieses hatte in einer aktuellen Entscheidung (Aktenzeichen 12C 319/12) den ehemaligen Geschäftsführer der Teldafax Services GmbH und Vorstandschef der Teldafax, Dr. Gernot Koch, zur Zahlung von EUR 549,00 nebst Zinsen verurteilt – wegen vorsätzlicher Täuschung.

Der Kunde hatte im März 2011 einen Vertrag mit Teldafax geschlossen und einen Jahresabschlag gezahlt. Der Konzern wankte schon damals bedenklich. Den Strom erhielt der Geschädigte nicht und klagte wegen bewusster Irreführung. Denn: Koch war gleichzeitig auch Geschäftsführer der Teldafax Services GmbH. „Diese Gesellschaft war innerhalb des Konzerns für die Abrechnungen verantwortlich. Hier sind Vorauszahlungen falsch berechnet, bezogene Strommengen falsch verbucht und Aufrechnungen mit Gutschriften ebenfalls nicht verbucht worden“, erklärt Elke Schubert, Kapitalanlagerechtlerin bei Bergdolt Rechtsanwälte in München. Die Richter argumentierten, dass Koch in dieser Funktion hätte wissen müssen, dass die Kunden für eine Leistung im Voraus zahlen, die sie niemals mehr bekommen würden: „Das hatte Herr Koch jedoch bewusst hingenommen und damit Kunden systematisch getäuscht“, so Schubert.

Das Lingener Urteil ist rechtskräftig. Fast zeitgleich ist das Münchener Amtsgericht einer ähnlichen Argumentation nicht gefolgt. Daher hat die Kanzlei Bergdolt Rechtsanwälte hier Berufung beim Landgericht München I eingelegt. Insgesamt könnte der Lingener Richterspruch zugunsten des Kunden auch anderen Geschädigten Mut machen. Für Teldafax-Geschädigte ist ein Weg aufgezeigt, um Ansprüche durchzusetzen. Das Risiko ist hierbei begrenzt. „Die Rechtsschutzversicherungen übernehmen regelmäßig die Kosten für diese Streitigkeit“, so Schubert. Betroffene können sich bei der Kanzlei Bergdolt Rechtsanwälte melden.


Pressekontakt:

Bergdolt Rechtsanwälte
Marco Cabras // newskontor GmbH // Tel.: 02102/30969-22
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