201410.22
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Probleme beim Darlehenswiderruf ?

Es kursierten in der Presse Gerüchte, wonach Bankkunden, die von ihrem Widerrufsrecht für Darlehensverträge Gebrauch machten, keine Anschlussfinanzierung gewährt wurde.

Vielfach können Darlehensnehmer ab 2002 abgeschlossene Verträge wegen unwirksamer Belehrungen widerrufen. Da die Zinsen stark gesunken sind, sparen sie so oft mindestens vierstellige Beträge. Ist der Widerruf erfolgreich, bzw. wird von der darlehensgebenden Bank akzeptiert, dann muss jedoch die Darlehensrestschuld innerhalb von 30 Tagen an die Bank zurückfließen. Das geht in der Regel nur, wenn eine Umfinanzierung erfolgt, die häufig verweigert wurde. Verbraucherschützer argwöhnten, die Branche unterlaufe das Widerrufsrecht, indem sie keine Anschlusskredite anbiete (Finanztest 9/2014, S. 49).

Die Zeitschrift Finanztest hat daher bei 76 Baufinanzierern und Vermittlern systematisch nachgefragt. Das erfreuliche Ergebnis: 37 Anbieter und Vermittler machen auch Schuldnern Kreditangebote, die ihren aktuellen Kredit widerrufen wollen. Die Vermittler schränken jedoch ein, dass nicht alle Partnerbanken dafür zur Verfügung stünden. Die detaillierten Ergebnisse der Finanztest-Untersuchung gibt es im Internet (www.test.de/kreditwiderruf-anschluss).

Wir raten deshalb jedem Darlehensnehmer, dessen Widerrufsrecht durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht festgestellt wurde, nicht nur an den Widerruf zu denken, sondern auch mit einem Kreditinstitut eine Anschlussfinanzierung zu besprechen.