201411.04
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Fonds- oder Einzelaktie?

Womit kann ich die größere Rendite erzielen, was ist sicherer?

Der Anleger wird immer mehr vor die Frage gestellt, ob er besser in eine einzelne Aktie investieren soll, oder ob es für ihn geschickter, rentabler und sicherer ist, einen Aktienfonds zu kaufen.
Die Vor- und Nachteile einer Einzelaktie oder eines Fonds liegen in Details des Produkts und der Mentalität des Anlegers. Ein Anleger, der sich nicht regelmäßig mit seinem Depot beschäftigen möchte, ist sicherlich besser bei einem Fonds aufgehoben. Die Entscheidung, welchen Aktienfonds man kauft, trifft man einmal. Dann sollte der investierte Betrag mindestens ein Jahr im Fonds bleiben, da ein Fondsinvestment auch regelmäßig höhere Kosten mit sich bringt. So verlangen viele Fonds Ausgabeaufschläge, die bei Kauf erst einmal anfallen. Hinzu kommen regelmäßig auch versteckte Kosten, wie Managementgebühren, da die Anlageentscheidung und der Kauf bzw. Verkauf der im Fonds steckenden Aktien ja von einem Fondsmanager getroffen werden muss, der für seine Tätigkeit bezahlt wird. Der Vorteil ist aber, dass man auch mit einer geringeren Anlagesumme in einen Aktienfonds in eine Vielzahl von Unternehmen investieren kann. Das Fondsmanagement nimmt dem Anleger die Entscheidung ab, in welche einzelnen Aktien er investiert und ob es nun Zeit ist, einzelne Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Damit streuen Sie Ihr Kapital und Sie verlagern Ihre Entscheidung auf das Fondsmanagement. Wichtig ist also, dass Sie bei der Auswahl des Fonds, in den Sie investieren, die Langzeitperformance ansehen, aber auch wie der Fonds an sich aufgestellt ist, wer ihn managt, wie hoch das Fondsvolumen ist und welche Gesellschaft dahintersteckt.
Investieren Sie hingegen in einzelne Aktien, so sollten Sie auch hier nicht kurzfristig anlegen und über einen Investmentbetrag von mind. € 5.000,- verfügen, damit Sie streuen können. Sie sollten Aktien mehrerer großer Gesellschaften mit verschiedenen Standbeinen aus verschiedenen Branchen und möglicherweise auch aus verschiedenen Ländern kaufen. Halten Sie einzelne Aktien, so müssen Sie selbst das Management übernehmen. Sie müssen die Unternehmen selbst beobachten und ggf. auch wieder verkaufen. Hierzu gehört viel Disziplin, dass man zum einen Gewinne mitnimmt, aber auf der anderen Seite auch verlustreiche Aktien abstößt. Der Kleinaktionär sollte Standardwerte bevorzugen, keine dividendenlosen Aktien kaufen, da diese oft mit größeren Risiken behaftet sind und sich auch beraten lassen. Der Vorteil der Investition in Einzelaktien ist, dass keine Verwaltungsgebühren und kein Agio anfallen. Der Anleger zahlt nur bei seiner Bank die Spesen, die für die Börse und für die Bank anfallen.

Fazit: Mit der Einzelaktie kann man sicherlich eine höhere Rendite erzielen, man muss jedoch selbst dranbleiben und hat einen höheren eigenen Verwaltungsaufwand. Der Aktienfonds ist verglichen mit einer einzelnen Aktie sicherer, hat aber höhere externe und interne Kosten, verlangt nach der Kaufentscheidung keinen weiteren Verwaltungsaufwand und ist durch die breitere Streuung sicherer.

Daniela Bergdolt am 20. Oktober 2014 in der Augsburger Allgemeinen