201411.12
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MBB Clean Energy – wie geht es weiter?

Aufschreckende Nachricht der MBB Clean Energy AG

Danach plant das Unternehmen in Abstimmung mit der Zahlstelle Bankhaus Gebr. Martin AG und der Verwahrstelle Clearstream Banking AG eine Reparaturmaßnahme für die 6,25 % Schuldverschreibungen 2013/2019. Die bisherige angeblich unwirksame Globalurkunde der 6,25% Schuldverschreibungen 2013/2019 der MBB Clean Energy AG soll durch eine dann wirksame Globalurkunde mit neuer ISIN – im Wesentlichen entsprechend den ursprünglichen Anleihebedingungen – ersetzt werden.

Was bisher geschehen ist:

Die MBB Clean Energy AG – Member of MBB Group – wurde im März 2012 in Ottobrunn gegründet. Das damit noch relativ junge Unternehmen der Sparte erneuerbare Energien ist allerdings immer wieder durch negative Schlagzeilen aufgefallen.

Emissionsstart für die Unternehmensanleihe des Energieproduzenten im Bereich Windkraft und Sonnenergie war am 24.04.2013. Nach dem Motto nomen est omen suchte das Unternehmen als international tätiger Investor und Stromproduzent neue Wege zu sauberem Strom. So sollte in bereits bestehende Wind- und Solarparks investiert werden. Nach einer Pressemitteilung des Unternehmens vom 08.05.2013 belief sich das platzierte Emissionsvolumen auf 72 Mio EUR. Die ersten Energieanlagen sollten noch im laufenden Quartal erworben werden.

Knapp ein Jahr später, pünktlich zur ersten fälligen Zinszahlung am 06.05.2014 wurde einen Tag zuvor per Pressemitteilung bekannt gegeben, dass die Zinszahlungen angeblich aus technischen Gründen verschoben werden und die Mittel für berechtigte Zinszahlungen auf einem Treuhandkonto hinterlegt worden waren, um einen etwaigen Schaden von der Gesellschaft und den Anleihegläubigern abzuwenden. Damit begann die Verunsicherung der Anleger. Die Inhaber-Teilschuldverschreibung wurde vom Handel ausgesetzt, der Zinstermin verpasst und zeitgleich der mögliche Einstieg zwar unbekannter dafür aber internationaler Großinvestoren angekündigt. Diese sollten 500 Mio EUR zur Verfügung stellen. Insider berichten, dass Anleihen in erheblichem  Umfang an diese Investoren geliefert worden sein. Angeblich hat MBB Clean Energy allerdings den Kapitalbetrag nie erhalten.

Erst am 05.06.2014 wurde in aller Kürze mitgeteilt, die Globalurkunde der Anleihe sei unwirksam.

Soweit die Fakten. Warum die Globalurkunde unwirksam ist, wurde bislang nicht offiziell erläutert. Angeblich fehlt dieser eine Unterschrift. Darüber hinaus kursieren Gerüchte dahin gehend, dass von den ursprünglich anvisierten 300 Mio EUR und offiziell platzierten 72 Mio EUR nur 22 Mio EUR von der MBB Clean Energy AG eingesammelt wurden. Nach Insider-Aussagen sollen sogar nur 13 Mio EUR bei der MBB Clean Energy AG angekommen sein.

Sollten sich diese Aussagen bewahrheiten, muss davon ausgegangen werden, dass die Verkaufsprospekte irreführend waren. Zumindest muss angenommen werden, dass MBB Clean Energy es unterlassen hat, notwendige Ad-hoc-Mitteilungen zu verfassen, um somit der zwingenden Verpflichtung zur Benachrichtigung über wesentliche Unternehmensbelange nachzukommen. Des Weiteren steht der Vorwurf der Marktmanipulation im Raum. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen aufgenommen.

Betroffene Anleger sollten sich jetzt an einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht wenden, um sich umfangreich über Ihre Rechte – insbesondere Schadensersatzansprüche – informieren zu lassen.