201504.01
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Anlegerinformation: Insolvenz der FFK Environment

Nach den Feststellungen einer betrauten Unternehmensberatung ist die anfechtungsrechtlich relevante Zahlungsunfähigkeit erst zum Zeitpunkt kurz vor Antragstellung eingetreten. Dies ergibt sich aus der Auswertung des Zahlungsverkehrs aber auch aus den Forderungsanmeldungen von 412 Gläubigern mit Gesamtforderung in einer Größenordnung von € 57.634.005,09. Die hieraus abgeleitete Liquiditätsbilanz führt zu dem Ergebnis, dass bis September 2013 keine Zahlungsunfähigkeit festgestellt werden kann.

Noch nicht abschließend geprüft ist der Zeitpunkt des Eintritts der Überschuldung. Die Überschuldung ist relevanter Anknüpfungspunkt für Schadensersatz- und Erstattungsansprüche gegen die Organe unter dem Gesichtspunkt der Insolvenzverschleppungshaftung bzw. der Vornahme unzulässiger Auszahlungen.

Ansprüche gegen die Organe bestehen aber unter anderen Gesichtspunkten. Diese sind jedoch von den Gläubigern individuell zu verfolgen und fallen nicht unter die Gläubigervertretung. Wenden Sie sich deshalb gerne an uns. Möglicherweise sind die Ansprüche über eine D & O Versicherung zugunsten der Organe gedeckt. Tätigwerden können wir aber erst, wenn die Ansprüche bezifferbar sind.

In einer weiteren Sitzung des Gläubigerausschusses werden wir uns mit möglichen Ansprüchen der Anleihegläubiger befassen. Hier wird es um die Frage gehen, ob sich bei Begebung der Anleihe die spätere Krise bereits abzeichnete und ob die Schuldnerin ihrer Verpflichtungen zur vollständigen und wahrheitsgetreuen Informationen gegenüber den Anleihegläubigern gerecht geworden ist. Ferner müssen wir entscheiden, ob die Überprüfungen aller Angaben, die die Schuldnerin im Zusammenhang mit der Anleihe gemacht hat, innerhalb des Insolvenzverfahrens und zu Lasten der Masse durchgeführt werden sollen. Den Schaden, den die Anleihegläubiger erlitten haben, wenn sie durch fehlerhafte und vollständige Informationen zur Zeichnung veranlasst wurden, schlägt sich im Insolvenzverfahren durch entsprechende Forderungsanmeldungen nieder und schmälert damit die Quote. Im Vordergrund steht aber der Individualschaden, dieser setzt aber den Nachweis sachlich falscher Informationen in Prospekt bzw. in den nachfolgenden Ratings voraus.