Aktionäre der Wirecard AG können mit guten Erfolgsaussichten einen Schadensersatzanspruch wegen erlittener Kursverluste geltend machen.

Wirecard hat seine Aktionäre und den Kapitalmarkt falsch und zu spät über wichtige unternehmensinterne Vorgänge informiert.

Doch nicht nur bei Wirecard selbst kam es zu Versäumnissen. Wir gehen davon aus, dass auch die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young (im Weiteren EY) und die Vorstände und Aufsichtsräte des Unternehmens persönlich in die Haftung genommen werden können.

Auch prüfen wir die Verantwortung der Ratingagenturen und der BaFin. Bekannt wurden all diese Versäumnisse durch den Bericht der
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG im Rahmen der freiwilligen Sonderprüfung, der am 28.04.2020 veröffentlicht wurde. In den nachfolgenden Tagen und Wochen ging es mit der Aktie immer weiter abwärts bis hin zum Super-GAU: der Insolvenz.

Worum geht es?

Wirecard steht schon längere Zeit in der Kritik, gemessen an der Größe des Unternehmens keine ausreichende Compliance zu haben und bei seiner Kommunikation auf dem Kapitalmarkt zu intransparent zu sein. Von Seiten des Unternehmens wurde dies
zurückgewiesen. Der Bericht des Sonderprüfers der KPMG hat ans Licht gebracht, dass doch erhebliche Mängel vorliegen. So kann Wirecard bei vielen Kunden und mit diesen generierten Umsätzen keine Unterlagen vorlegen, teilweise kann laut dem Bericht die
Existenz von Vertragspartnern nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. All das ist EY, die seit zehn Jahren Abschlussprüfer bei Wirecard ist, nie aufgefallen. Die Fraglichkeit der Existenz von Kunden und Konten sind jedoch gute Gründe, das Testat unter dem
Jahresabschluss nicht zu erteilen.

Es besteht ganz offensichtlich kein internes Compliance-System, das über rechtswidrige oder zweifelhafte Vorgänge informieren kann und das die Entscheider in dem Unternehmen in die Lage versetzt, entsprechende Konsequenzen und Kapitalmarktmittteilungen zu
veranlassen. Es ist klare Aufgabe des Vorstandes, dafür zu sorgen, dass es ein solches System gibt.

Mit der ad hoc-Mitteilung des Unternehmens vom 22.06.2020 hat Wirecard selbst bestätigt, dass erheblich Zweifel am Third-Party-Agency-Geschäft und an der Existenz der Treuhandkonten bestehen. Nach wie vor ist man auf der Suche nach 1,9 Milliarden Euro, die
zuletzt angeblich auf treuhänderisch verwalteten Konten auf den Philippinen deponiert sein sollten. Diese Gelder sind in der Bilanz der Wirecard voll enthalten und stellen circa ein Viertel der Bilanzsumme 2019 dar.

Die Vorstände Dr. Braun (CEO) und Herr Marsalek (COO) wurden mittlerweile beide fristlos entlassen; gegen beide Vorstände liegt ein
Haftbefehl vor; Herr Marsalek ist flüchtig mit unbekanntem Aufenthalt. Das Unternehmen wird inzwischen von dem vorläufigen Insolvenzverwalter Dr. Jaffé geführt.

Welche Möglichkeiten haben Aktionäre?

Viele Aktionäre haben einen erheblichen finanziellen Verlust mit der Investition in die Wirecard-Aktie erlitten.
Aktionäre der Wirecard AG haben die Möglichkeit, einen Schadensersatzanspruch gegen EY und auch die Vorstände und die Aufsichtsräte des Unternehmens persönlich geltend zu machen. Hier ist davon auszugehen, dass es Versicherungen für derartige Schäden gibt. 

Auch Staatshaftungsansprüche gegen die BaFin und Schadenersatzansprüche gegen die Ratingagenturen sind zu bedenken. Anspruchsberechtigt sind unserer Auffassung nach alle Aktionäre, die die Aktien der Wirecard AG zwischen dem 24.02.2016 und dem 22.06.2020 gekauft haben.

Wurden im angegebenen Zeitraum die Aktien gekauft und inzwischen verkauft, kann ein erlittener Verlust geltend gemacht werden.
Wer die Aktie noch hält, kann die Rückabwicklung des Geschäfts fordern.

Auch Inhaber von Derivaten auf die Wirecard-Aktie und Anleihegläubiger sind anspruchsberechtigt.

Wie ist das weitere Vorgehen?

Wir raten unseren Mandaten EY außergerichtlich durch uns anschreiben zu lassen, die Ansprüche anzumelden und zum Ausgleich aufzufordern.

Sollte dies nicht zum erwünschten Erfolg führen, raten wir zur Klage gegen die Wirtschaftsprüfer. Dabei wird auch ein Antrag auf Eröffnung eines KapMuG-Verfahrens – eine Sammelklage im weiteren Sinn – gestellt werden. Nach Eröffnung des KapMuG-Verfahrens, werden die Einzelklagen zunächst ausgesetzt. Das Ergebnis des KapMuG-Verfahrens gilt dann für alle
einzelnen Verfahren, die nach Abschluss des KapMuG-Verfahrens fortgeführt werden.

Alternativ dazu können Ansprüche auch im KapMuG-Verfahren angemeldet werden; damit wird die Verjährung der Ansprüche gehemmt. Nach positivem Ende des KapMuG-Verfahrens können direkt Schadenersatzansprüche von der Beklagten verlangt werden und unter Berufung auf das KapMuG-Verfahren Ausgleich gefordert werden. Sollte die Beklagte dies verweigern, kann binnen drei Monaten nach Beendigung des KapMuG-Verfahrens Klage erhoben werden. Dabei ist zu beachten, dass nach Ablauf der Verfahren diejenigen Gläubiger zuerst Geld erhalten, die sich zuerst bei der Beklagten melden. Die Haftungsmasse reduziert sich dementsprechend. Gegebenenfalls erhöht sich das Insolvenzrisiko bei den Beklagten.

Aufgrund der Insolvenz sind Klagen gegen Wirecard im Moment nicht angezeigt. Vielmehr sollten die Schadensersatzansprüche gegen Wirecard zur Insolvenztabelle angemeldet werden.

Inhaber von Wirecard-Aktien und Derivaten können sich bei uns melden. Wir prüfen kostenlos, in welcher Höhe ein Anspruch besteht. Wir helfen bei einer Korrespondenz mit einer ggf. bestehenden Rechtsschutzversicherung und unterstützen die Anleger auf Wunsch bei der Suche nach einem Prozessfinanzierer für den Rechtstreit. Wir sind bereits in Abschlussverhandlungen mit einem Prozessfinanzierer.

Unser Angebot

Gerne prüfen wir kostenfrei, ob Ihnen ein Anspruch zusteht und in welcher Höhe er ggf. besteht. 

Schicken Sie uns gerne die Daten Ihres Kaufs (Datum, Preis, Handelsplatz) oder den Kaufbeleg sowie die entsprechenden Daten oder Dokumente eines evtl. Verkaufs per E-Mail, Fax oder per Post zu. Wir melden uns dann so bald wie möglich bei Ihnen.